• definitivkreativ

Folge 28: Teilzeit-Selbständig, Teil 1

Heute geht es ums Tehma Teilzeit-Selbständig. Wer den Weg in die Selbständigkeit behutsam angehen möchte und sich nicht gleich den vollen Risiken aussetzen will, kann mit einer Teizeit-Selbständigkeitvon den Vorteilen des Arbeitsrechts profitieren und zugleich die Freiheiten eines Freelancer geniessen. Ich erzähle euch von meiner aktuellen Beruflichen Situation und weshalb es mir so gefällt.


Ich erzähle gerne kurz wie meine Situation aussieht, denn ich bin seit dem Abschluss meines Studiums eine überzeugte Teilzeit-Selbständige.

Das heisst ich habe zur zeit zwei Festanstellungen eine 20% und eine 50% und die restlichen 30% arbeite ich als Freelance Illustratorin. Die 20% arbeite ich bei einem Plastischen Chirurgen. Dort  erstelle ich Simulationen und designe Implantate für Brustvergrösserungen, Straffungen und Rekonstruktionen.

Die 50% verbringe ich als In-House Grafikerin und Illustratorin für ein Unternehmen. Das heisst ich arbeite nicht in einer Grafik-Agentur mit vielen einzelnen Kunden. Stattdessen erstelle ich alle Grafischen und visuellen Materialen wie Broschüren, Verpackungen, Beschilderungen, Social-Media (von Youtube bis Instagram) für ein einziges Unternehmen. Im Vergleich zu einer Agentur schätze ich es sehr meinen ganzen Fokus in den 50% einem Kunden und einer Marke zu widmen.


Zurück zum Thema; Grundsätzlich sollte man zu beginn bei einer Teilzeit-Selbständigkeit darauf achten, dass das Einkommen aus der festen Anstellung die Lebenserhaltungskosten deckt. Dadurch kann mann wesentlich ungestresster Erfahrungen sammeln und eben auch den einen oder anderen Fehler machen.

Jenachdem was für ein Ziel verfolgt wird, dann man dann sukzessive das Arbeitspensum reduzieren oder die Stelle mit dem Fixlohn ganz ersetzen.


Wichtig dabei ist ein kulanter Arbeitgeber. Denn rein rechtlich gesehen muss man nämlich auch darauf achten nicht gegen den Arbeitsvertrag zu verstossen. Am besten ist es immer den Arbeitgeber ehrlich und offen gleich zu beginn über alle nebenberuflichen Tätigkeiten zu informieren. In der Regel sollte nicht dagegen sprechen, sofern das eigene Business nicht mit der Branche der Anstellung konkurrenziert. Für Kreative, wie Illustratoren und Grafiker ist das manchmal nicht ganz einfach, da die Grenzen oft fliessend sind. Hier ist eine offene und ehrliche Kommunikation besonders wichtig.

Meine Erfahrung hat gezeigt, dass bei Arbeitgeber, welche eine Teilzeit-Anstellung bieten, eine solche Vereinbarung eigentlich problemos funktioniert. Schwieriger ist es bei Arbeitgeber, die sich weigern Teilzeit-Angestellete im Team zu haben. Ihnen ist es oft wichtig das die 100% Aufmerksamkeit, oft auch 120%, da hier meistens unbezahlte Überstunden die Norm sind, der Angestellten ihnen gilt und eine nebenberufliche Tätigkeit aus zeitlichen Gründen dann sowieso kaum möglich ist. Gerade bei Grafik-Agenturen ist es manchmal schwierig sich zu einigen. In meiner Vergangenheit habe ich mich dann relativ schnell aus solchen Arbeitsverhältnissen zurück gezogen bez. habe bereits beim Vorstellungsgespräch gemerkt, dass eine solche Einschränkung für mich keine Option ist.


In den vergangenen 3-4 Jahren habe ich für mich festgestellt, das die Teilzeit Selbständigkeit ideal ist. Ich weiss nicht ob das immer so sein wird aber bis jetzt und zurzeit ist es für mich optimal. Meine Woche ist extrem abwechslungsreich, Alltagstrott schleicht sich kaum ein, da die Zeit bei den Arbeitgebern jeweils eher kurz ist und mich immer wieder abwechslugreiche Tätigkeiten erwarten. Zudem habe ich auch zusätzlich die Komponente der Selbständigkeit. Diese Selbständigkeit weckt meinen Ehrgeiz, spannende Kunden und Projekte an land zuziehen und mir zugleich auch eine kreative Auszeit gönnen zu können, Zeit zu haben neue Techniken zu lernen und auch mal zu experimentieren. Zugleich schätze ich die Vorteile einer Festanstellung unwarscheindlich. Für viele Menschen in einem Angestellten-Verhältniss, ist die Tatsache den Lohn pünktlich zu erhalten, bezahlte Absenzen aufschreiben zu können und bezahlte Ferien zu erhalten absolut selbstverständlich. Besonders im grafischen Bereich, auch die Sicherheit, dass jemand im Unternehmen neue Kunden akquiriert, bestehende Kundenbeziehungen pflegt und die Buchhaltung erledigt. Das alles ist als Freelancer nicht selbstverständlich. Mich haben diese Erfahrungen und die Einsicht in die Seite einer Unternehmerin, ohne Zweifel zu einer bessern Arbeitnehmerin gemacht.

Auch umgekehrt interessiert mich die Art und Weise wie Unternehmen bei dennen ich angestellt bin, funktionieren. Wie sie ihre Angestellten managen, wie die Abläufe strukturiert sind und nicht zuletzt auch welche Marketingstrategien sie verfolgen.


Das sind meine Gründe weshalb ich die Teilzeit-Selbständigkeit sehr spannend finde. In einem zweiten Teil, der übernächsten Montag veröffentlicht wird, spreche ich dann über alle Rechtlichen und Versicherungstechnischen Aspekte bei der teil-selbständigkeit. Das hört sich vielleicht nicht so sexy an, ist aber ebenfalls sehr wichtig.


2 Ansichten

PER E-MAIL ABONNIEREN

© 2020, Definitiv Kreativ, Zürich