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Folge 30: Teilzeit-Selbständig, Teil 2

Heute geht es weiter mit dem zweiten Teil zum Thema „Teilzeit-Selbständig“. Wir tauchen tiefer in dieses Thema ein und befassen uns mit den versicherungstechnischen und rechtlichen Aspekten.





Keiner Hinweis vorab: ich bin kein Anwalt oder so ähnlich, deshalb sind alle Angaben absolut ohne Gewähr. Ich versuche ganz eifach, das weiter zu geben, was ich weiss und gelernt habe in den letzten Jahren als Teilzeit-Selbständige. Folgende Informationen gelten für meine lieben Schweizer-Zuhörer

Ausgleichskasse

Als erstes was man gleich zu beginn der Teilzeit-Selbständig machen muss, ist sich bei der kantonalen Ausgleichskasse zu melden. Es geht darum die obligatorischen Beiträge an die AHV, die IV und EO einzahlen zu können. Falls das Jahreseinkommen von CHF 2300.– allerdings nicht übersteigt wird, fallen keine obligatorischen Beträge an. Bei einem Einkommen bis zu 9’400  kann mit einem Mindestbeitrag von 478.– gerechnet werden.

Bei Aufträgen, die CHF 2300.– übersteigen kommt es deshalb oft or, dass sie Buchhaltung des Kunden den Ausgleichskassen-Nachweis für Selbständige haben muss. Das stellt sicher das ich, die Illustratorin ordnungsgemäss Beiträge darauf bezahle.

Diese Betragszahlungen werden in der Regel vierteljährlich erhoben. Die Zahlungsperiode umfasst 3 Monate. Die Beiträge müssen Sie innerhalb von 10 Tagen nach Ablauf der Zahlungsperiode bezahlen. Dabei ist der späteste Zahlungstermin jeweils der 10. Tag nach Quartalsende. Beispielsweise muss der Beitrag für das erste Quartal bis spätestens zum 10. April bezahlt werden.

Die (Neben-)Selbständigkeit beweisen

Wichtig dabei ist, dass man das auch als selbständig erwerbend anerkannt wird. Folgende Punkte sollten dabei erfüllt werden:

  • Nach aussen mit einem Firmennamen auftreten. -> Das heisst, Sie besitzen beispielsweise einen Eintrag im Handelsregister, im Adress- und Telefonbuch, eigenes Brief- und Werbematerial oder eine Bewilligung zur Berufsausübung. Sie stellen zudem in eigenem Namen Rechnung und rechnen die Mehrwertsteuer ab.

  • Das eigenes wirtschaftliches Risiko tragen. -> Das heisst, Sie tätigen beispielsweise Investitionen mit langfristigem Charakter, kommen für Ihre Betriebsmittel selbst auf, tragen das Inkassorisiko und zahlen die Miete für die Arbeitsräume selbst.

  • Ihre Betriebsorganisation frei wählen können. -> Das heisst, Sie bestimmen selbst Ihre Präsenzzeit, die Organisation Ihrer Arbeit und ob Sie Arbeiten an Dritte weitergeben. Zudem sind Sie frei in der Auswahl der Arbeiten.

  • Für mehrere Auftraggeber tätig. -> Die Tätigkeit für lediglich einen Auftraggeber gilt im Normalfall als un- selbständige Erwerbstätigkeit.

Der Handelsregistereintrag Noch etwas zum Thema Handelsregistereintrag: Dieser ist erst ab einem Jahresumsatz von CHF 100’000.– obligatorisch. Der Handelsregisterauszug wird situativ von Behörden, Lieferanten und Kunden verlangt; z.B. für die Eröffnung eines Bankkontos oder Schliessfaches, Leasingverträge, eigene Telefonnummer usw. Gegenüber den Kunden zeugt der Handelsregistereintrag ausserdem auch von Seriosität. Fehlt ein Eintrag, so weckt dies eventuell Zweifel. Zudem ist der Eintrag ins Handelsregister der einzig mögliche Nachweis für die Existenz einer Firma in der Schweiz. Ich bin allerdings seit 2013 selbständig im Nebenerwerb und hatte noch nie irgendwelche Probleme ohne Handelsregister-Eintrag. Zur Info: der Eintrag ins Handelsregister kostet für eine Einzelfirma CHF 120.– .

Pensionskasse Pflicht sind nur Beiträge an die erste Säule, die der oben erwähnten Beiträge bestehend aus den Leistungen der Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV), der Invalidenversicherung (IV) und der Erwerbsersatzordnung (EO). Beiträge an die zweite Säule, der Pensionskasse sind freiwillig. Bei der Wahl einer Pensionskasse sollte man aber aufpassen. Mi persönlich wurde davon abgeraten. In diesem Artikel von Comparis.ch  werden die Möglichkeiten dazu im Detail erklärt:

Das können Sie als Selbstständigerwerbender in der zweiten Säule tun:

Selber ein Vorsorgewerk gründen. Wenn Sie Mitarbeiter beschäftigen, tun Sie genau das, was Kapitalgesellschaften wie AG und GmbH auch tun: Sie gründen für Ihre Angestellten eine Vorsorgeeinrichtung. (Meist schliessen Sie sich dazu einer Sammelstiftung an, das geht am einfachsten.) Als Inhaber dürfen Sie sich dann ebenfalls bei derselben Pensionskasse versichern.

Der Pensionskasse Ihres Berufsverbandes beitreten. Selbstständige ohne Mitarbeiter können sich bei der Pensionskasse Ihres Berufsverbandes versichern. Berufsverbände mit Pensionskasse gibt es für viele Berufsgruppen. So zum Beispiel für die klassischen freien Berufe wie Rechtsanwälte oder Ärzte, aber auch für Schauspieler oder Journalisten. Fragen Sie bei Ihrem Berufsverband. Hat Ihr Berufsverband keine Kasse? Es gibt auch Versicherungen, die extra einen Verband gegründet haben.

Der Auffangeinrichtung BVG beitreten. Die Stiftung Auffangeinrichtung BVG ist eine nationale Vorsorgeeinrichtung im Auftrag des Bundes. Sie nimmt jeden auf. Das ist unkompliziert. Aber auch teuer im Verhältnis zu den gebotenen Leistungen.

Passen Sie bei der Wahl der Pensionskasse auf. Die Auffangeinrichtung ist nur für wenige eine gute Wahl. Und auch nicht alle Berufsverbände haben gute Pensionskassen. Bevor Sie sich einer Pensionskasse anschliessen oder selber ein Vorsorgewerk gründen, lassen Sie sich am besten beraten.

Mir wurde ähnlich wie in diesem Artikel beschrieben stattdessen ein 3. Säule A Bank- bzw. Post-Konto empfohlen. Da können Beiträge von bis zu CHF 6’768.– steuerfrei eingezahlt werden. Für ganz Selbständige ist der dieser Betrag noch einiges höher.

Es gibt dabei auch 3. Säule A Versicherungen, welche diese Beiträge bei einem Arbeitsausfall versichern. Allerdings sind diese gerade bei einem Einkommen, welches von Monat zu Mont schwankt nicht optimal. Denn bei nicht bezahlten Beiträgen fallen Gebühren bez. Abzüge an. Auch das Auflösen einer solchen Versicherung minimiert jenachdem die Beiträge, welche bereits bezahlt werden massiv. Auch versuchen manche Versicherungsberater einem diese Angbote oft mit einer kombinierten Lebensversicherung anzudrehen. Nicht zuletzt vor allem weil Sie Provisionen für jeden den sie ködern können und weniger weil es optimale Lösung ist. Also unbedingt das klein geschriebene lesen, im Internet recherchieren, dieses Thema mit einer erfahrenen Person besprechen und nichts sofort unterschreiben. Ein weiterer Artikel dazu HIER

Unfallversicherung A

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