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Folge 34: Perfektionismus

Gerade bei meiner Arbeit als Illustratorin ist Perfektion ein grosses Thema. Ich bin oft regelrecht besessen von Details und gerade im wissenschaftlichen Bereich gibt es viele Details die extrem wichtig sind. Ich bin immer noch dabei einen Mittelweg zwischen Perfektion und „Gut-Genug“ zu finden. In der heuten Folge möchte ich verschiedene Möglichkeiten durchgehen, die helfen können sich von unerreichbaren Perfektionismus zu lösen.





Zuerst einmal zur Definition Perfektionismus; Perfektionismus ist ein psychologisches Konstrukt, das versucht, übertriebenes Streben nach möglichster Perfektion und Fehlervermeidung zu erklären. Eine einheitliche Definition existiert nicht; Forschergruppen haben zahlreiche Facetten des Konstruktes herausgearbeitet. Extremer Perfektionismus tritt oft im Zusammenhang mit Depressionen, Zwangsstörungen und Essstörungen auf. Wobei ich der heutigen Folge eher auf die Perfektion bei der Arbeit, konkreter noch, bei der gestalterischen und kreativen Arbeit eingehen möchte.

Jetzt wieso habe ich vorher vom unerreichbaren Perfektionismus gesprochen? Weil es eben ein psychologisches Konstrukt ist und nicht ein Qualitätsmerkmal bedeutet es für jeden Menschen wieder etwas anderes und ist somit unmöglich zu erreichen. Denn was für mich perfekt ist, ist für einen anderen weit davon entfernt, und  umgekehrt.

Bei der kreativen Arbeit kann Perfektionismus einem regelrecht daran hindern etwas zu beginnen oder fertig zu stellen. Auch der Fokus und das konsumieren von Social Media Inhalten können regelrecht lähmend sein. Man kann da von einer Perfektionismus-Paralyse sprechen.

Wie kann man diese Paralyse jetzt durchbrechen? Zwei Tipps, die auch ich mir immer wieder zu herzen nehmen muss.

  1. Sich dem fiesesten Kritiker stellen: der eigene Kopf! Sich bewusst werden, wie man mit sich selbst spricht. Oft kommen kritisierende Gedanken automatisch und unkontrolliert. Beginnt man aber, sich mehr darauf zu achten kann man diese in eine etwas positivere Richtung steuern. Gedanken wie: „das sieht aber hässlich aus“ können umformuliert werden zu „es ist nicht mein bestes Werk aber es ist gut genug für diesen Zweck.“

  2. Vorbilder finden Es gibt Illustratoren und Künstler, die perfekt erscheinen. Alles scheint perfekt, ihr Instagram-Feed, ihre Webseite, ihr Arbeitsplatz, einfach alles! Sich auf diese Menschen zu fokussieren ist nicht hilfreich. Sinnvoller ist es sichVorbilder, die nicht perfekt sind zu suchen und zu finden. Es gibt viele Illustratoren, die ich liebe und die sehr erfolgreich sind, deren Arbeit aber in meinen Augen nicht perfekt ist. Das motiviert den Fokus neu zu definieren.

Jetzt alle die mich etwas besser kennen wissen, dass ich seit Jahren JAHREN an einem illustrierten Kinderbuch arbeite. Ich habe mir viele halbherzige deadlines gesetzt und es einfach nicht hingekriegt weil mein Perfektionismus mich davon abhält.

Zu viele Details und die Vorstellung eines, für mich absolut perfekten Buches, hindern mich dieses Projekt endlich abzuschliessen. Wir näheren uns jetzt dem Ende des Jahres 2018 und ich möchte euch auffordern in den verbleibenden Monaten eine Aufgabe, ein Ziel, ein Projekt, welches Ihr gerne beginnen oder beenden möchtet bis Ende des Jahres 2018 fertig zu stellen! Ich verkünde es öffentlich, bis Ende Jahr ist dieses Buch fertig. Sabrina und ich werden zum Ende des Jahres eine Rückblick und Ausblick Folge aufnehmen und da werde ich berichten wie es mir ergangen ist, mit weniger Fokus auf Perfektionismus.

Ich fordere euch auf diese Challenge mit uns zusammen anzugehen; schreibt euer Projekt oder Ziel in die Kommentare auf unserem Blog, schreibt uns ein privates Email auf definitivkreativ@gmail.com oder verkündetes „öffentlich“ in euerem Bekanntenkreis.

Falls euch dieses Thema noch weiter interessiert; in der Folge „Kreativitätsblockaden überwinden“ beschäftige ich mich mit allen möglichen Blockaden, auch Perfektionismus, die einem daran hindern weiter zu kommen.

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